Meine Leder-Qualität

Ich arbeite mit sämisch gegerbtem Leder aus mehreren Gründen. Nach meiner Feststellung ist das heutige Leder "tot", wenn es die Produktionsstätte verlässt.
Die Anforderungen der Neuzeit haben es dazu gemacht. Wasser muß abperlen, die Farbe darf sich nicht verändern, die Dehnbarkeit muss eingeschränkt und die Struktur einheitlich sein. Das wird durch erhitzen, walzen, pressen und durch Zugabe von Chemikalien erreicht.
Im Gegensatz dazu wird Sämischleder "nur" gegerbt und gefärbt mit absolut natürlichen Mitteln.
Die Hautstärken bis zu sieben Millimeter bei ganzen Häuten sind normal und durchgängig weich.
Mein Leder erfahren nach der Gerbung und Färbung nur einen Schliff, um sie auf die gewünschte Dicke von einem bis vier Millimeter zu bringen. Pressen und walzen gibt es bei diesem natürlichem Leder nicht. Das Leder ist „leider“ noch lebendig, es dehnt sich, verändert den Farbcharakter durch Faktoren wie Sonne, Abrieb und Regen. Das macht es für mich nur um so attraktiver, weil es im Laufe des Tragens dadurch immer schöner wird. Außerdem bin ich ein „fauler“ Mensch, ich brauche dieses Leder so gut wie nie zu fetten. Selbst nach einem Regenguss ist es nach dem Trocknen nicht hart sondern weich und geschmeidig. Weiße Wasserränder habe ich noch nicht erlebt. Die von mir hergestellte Kleidung ist bei 30°c. waschbar.
Im Gegensatz dazu muss das „moderne“ Leder regelmäßig gefettet werden, da es sonst gerade nach Einwirkung von Wasser dazu neigt trocken, spröde und brüchig zu werden. Außerdem ärgert man sich jedes Mal über Wasserränder.